Zum Inhalt springen
Hosting-StammtischPraxiswissen für Website-Betreiber

Zuletzt geprüft:

GEO: Sichtbarkeit in KI-Antworten

Ihre Aufgabe: Kunden fragen inzwischen auch Chatbots und KI-Suchfunktionen. Sie möchten wissen, ob und wie Ihre Website dort vorkommt – und was Sie dafür tun können, ohne einem Trend hinterherzulaufen.

Was „GEO“ bedeutet

Generative Engine Optimization (GEO) bezeichnet Maßnahmen, mit denen Inhalte in den Antworten generativer Suchsysteme häufiger oder prominenter erscheinen sollen – etwa in Googles KI-Übersichten, im KI-Modus oder in der Suche von ChatGPT. Der Begriff wurde durch eine wissenschaftliche Arbeit bekannt: „GEO: Generative Engine Optimization“ von Aggarwal und anderen (erstmals veröffentlicht im November 2023, angenommen zur Konferenz KDD 2024).

Andere Namen für dasselbe

Neben GEO sind weitere Namen gebräuchlich. Es sind Begriffe aus Branche und Marketing, keine Fachnormen; eine verbindliche Abgrenzung gibt es für keinen davon (Stand unserer Prüfung: Oktober 2026).

BegriffausgeschriebenEinordnung
AEOAnswer Engine Optimization, Optimierung für AntwortmaschinenGoogle nennt AEO und GEO in seinem Leitfaden (Stand Juli 2026) als „im Internet üblich“.
LLMOLarge Language Model Optimization, Optimierung für große SprachmodelleDie englischsprachige Wikipedia führt LLMO als weitere Bezeichnung für dasselbe Konzept.
AI SEO, deutsch KI-SEOSuchmaschinenoptimierung für KI-SucheDie englischsprachige Wikipedia führt „AI SEO“ ebenfalls als weitere Bezeichnung. „KI-SEO“ ist unsere deutsche Übertragung; „KI“ ist die deutsche Abkürzung für künstliche Intelligenz.

Google ordnet das Ganze nüchtern ein: Beide Begriffe beschrieben Arbeit an der Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen; aus Sicht der Google Suche sei die Optimierung für die Suche mit generativer KI aber eine Optimierung für die Suche insgesamt „und damit weiterhin SEO“. Viele vorgeschlagene „Hacks“ seien nicht wirksam. Wer AEO- oder GEO-Beratung einkaufen will, verweist Google auf seine Hinweise zur Bewertung von SEO-Ratschlägen Dritter.

Was belegt ist

1. Google: keine Sonderregeln

Google schreibt in seiner Dokumentation zu KI-Funktionen in der Suche (Stand Dezember 2025):

  • Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen, um in KI-Übersichten oder im KI-Modus zu erscheinen.
  • Es sind keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder besonderen Auszeichnungen nötig, auch keine speziellen strukturierten Daten von schema.org.
  • Es gelten die bekannten Grundlagen der Suche. Wichtig ist unter anderem, dass strukturierte Daten zum sichtbaren Text passen.

Wer also bei Google in KI-Antworten vorkommen will, macht zuerst das, was im SEO-Grundcheck steht.

2. Sie können steuern, wer Ihre Inhalte wofür nutzt

Die Steuerung läuft über die robots.txt und bekannte Crawler-Namen:

Wer liest Ihre Website – und was steuert die robots.txt?Fünf Crawler links, die robots.txt in der Mitte, der Verwendungszweck laut Betreiber rechts. Beispielhaft gesperrt sind Google-Extended und GPTBot; für ChatGPT-User gilt die robots.txt laut OpenAI möglicherweise nicht. Die Sperren sind ein Beispiel, keine Empfehlung.robots.txtGooglebotGoogleGoogle-Suche, auch KI-ÜbersichtenSteuerung über noindex, nosnippet, max-snippetGoogle-ExtendedGoogleTraining und Grounding von GeminiSperre: kein Einfluss auf die SucheOAI-SearchBotOpenAIWebsites in der ChatGPT-Suche anzeigenSperre: nicht in Antworten der ChatGPT-SucheGPTBotOpenAITraining von BasismodellenSperre: nicht fürs TrainingChatGPT-UserOpenAIAbruf auf Anfrage eines Nutzersrobots.txt gilt laut OpenAI möglicherweise nicht
Schema nach den Angaben von Google und OpenAI (Quellen am Seitenende). Die Sperren sind ein Beispiel, keine Empfehlung.
KennungBetreiberWofür (laut Betreiber)Folge einer Sperre (laut Betreiber)
Google-ExtendedGoogleTraining und Grounding von Gemini-Modellenkein Einfluss auf Aufnahme oder Ranking in der Google-Suche
OAI-SearchBotOpenAIWebsites in der ChatGPT-Suche anzeigenSeite erscheint nicht in Antworten der ChatGPT-Suche (Navigationslinks bleiben möglich)
GPTBotOpenAITraining von BasismodellenInhalte sollen nicht fürs Training verwendet werden
ChatGPT-UserOpenAIAbruf einer Seite auf Anfrage eines Nutzersrobots.txt gilt hier laut OpenAI möglicherweise nicht

Wichtig: Wer begrenzen will, was Google aus seinen Seiten in der Suche zeigt – auch in KI-Übersichten –, wird von Google nicht auf Google-Extended verwiesen, sondern auf die üblichen Vorschau-Steuerungen (z. B. nosnippet, max-snippet, noindex). Diese wirken auf die gesamte Darstellung in der Suche.

Die robots.txt ist nach RFC 9309 eine Bitte an Crawler, kein Zugriffsschutz.

3. Eine Studie hat Effekte gemessen – unter Laborbedingungen

Die GEO-Studie berichtet, dass bestimmte Textänderungen die Sichtbarkeit in generativen Antworten in ihrem Testaufbau um bis zu 40 % erhöhten. Das ist ein Ergebnis aus einem eigens gebauten Prüfstand mit ausgewählten Suchanfragen, keine allgemeine Zusage für Google, ChatGPT oder andere Systeme. Die Systeme ändern sich laufend; Ergebnisse von 2023 lassen sich nicht ungeprüft übertragen.

Was (noch) nicht belegt ist

  • llms.txt: Ein Vorschlag von Jeremy Howard aus dem September 2024 für eine Datei /llms.txt, die Sprachmodellen eine Übersicht über eine Website geben soll. Es ist ein offener Vorschlag, kein verabschiedeter Standard. Google schreibt, dass für seine KI-Funktionen keine KI-Textdateien nötig sind; im Leitfaden (Stand Juli 2026) nennt Google llms.txt sogar ausdrücklich als Beispiel für eine Datei, die man für die Google Suche ignorieren kann. Ob andere Systeme die Datei auswerten, ist nicht verlässlich dokumentiert. Schaden tut sie nicht; erwarten Sie keine Wirkung.
  • „GEO-Rankingfaktoren“: Listen mit angeblichen Faktoren stammen meist aus Beobachtungen einzelner Anbieter. Prüfen Sie, ob Methode und Daten offengelegt sind.
  • Garantierte Nennung in ChatGPT & Co.: Kein seriöser Dienstleister kann das zusagen. Antworten generativer Systeme sind nicht stabil und können bei gleicher Frage unterschiedlich ausfallen.

Was Sie heute sinnvoll tun können

  1. Grundlagen sauber halten: indexierbar, schnell, eindeutige Adressen – siehe SEO-Grundcheck.
  2. Fragen direkt beantworten: klare Aussagen am Anfang eines Abschnitts, Zahlen mit Quelle und Datum, Fachbegriffe erklärt. Das hilft Menschen – und laut Google ist das ohnehin der Maßstab.
  3. Herkunft zeigen: Wer schreibt, wann zuletzt geprüft, welche Quellen. Inhalte, die belegt sind, lassen sich auch von Systemen leichter zitieren, die Quellen anzeigen.
  4. Bewusst entscheiden, wer trainieren darf: robots.txt-Regeln für Trainings-Crawler (z. B. GPTBot, Google-Extended) getrennt von Such-Crawlern betrachten.
  5. Beobachten statt raten: Stellen Sie die Fragen Ihrer Zielgruppe gelegentlich selbst in KI-Suchen und notieren Sie, welche Quellen genannt werden. Messbar im strengen Sinn ist das bisher kaum.

Weiter

Dieses Feld ändert sich schnell. Wir prüfen die Angaben mindestens halbjährlich; das Datum der letzten Prüfung steht oben. Keine Werbung für GEO-Dienstleistungen.