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Hosting-StammtischPraxiswissen für Website-Betreiber

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Glossar Domains und DNS

Domainnamen, Vergabestellen, Umzug und Namensauflösung.

Passende Aufgabe: Domain umziehen · Alle Themen im Glossar

Begriffe

A- und AAAA-Eintrag

Auch: A-Record, AAAA-Record

DNS-Einträge, die einen Namen einer IPv4-Adresse (A) oder einer IPv6-Adresse (AAAA) zuordnen. Sie bestimmen, auf welchem Server die Website aufgerufen wird.1

Anycast

Betriebsweise, bei der dieselbe IP-Adresse eines Dienstes an mehreren voneinander unabhängigen Standorten erreichbar ist; Datenpakete landen bei einem dieser Standorte (RFC 4786). Verbreitet ist das bei Root-Servern und großen DNS-Diensten, weil Anfragen so in der Nähe beantwortet werden und ein Ausfall eines Standorts nicht den ganzen Dienst trifft.2

AuthInfo

Auch: Authcode, Auth-Code, Transfer-Code

Einmaliges Kennwort, mit dem der Domaininhaber den Wechsel zu einem anderen Registrar freigibt. Bei .de-Domains verfällt es laut DENIC nach 30 Tagen. Bei generischen Endungen muss der Registrar es nach den ICANN-Regeln herausgeben und darf das nicht allein wegen eines Streits über Zahlungen verweigern; den Transfer selbst darf er ablehnen, wenn eine frühere oder die laufende Registrierungsperiode nicht bezahlt ist.3,4

CAA-Eintrag

Auch: Certification Authority Authorization

DNS-Eintrag, mit dem der Domaininhaber festlegt, welche Zertifizierungsstellen Zertifikate für die Domain ausstellen dürfen (RFC 8659). Eine Zertifizierungsstelle muss vor der Ausstellung danach suchen. Gibt es einen CAA-Eintrag, darf sie grundsätzlich nur ausstellen, wenn sie darin genannt ist; fehlt er, schränkt CAA nichts ein. Wer einen CAA-Eintrag setzt, muss deshalb jeden genutzten Zertifikatsanbieter aufnehmen.5

CNAME-Eintrag

Auch: Alias-Eintrag

DNS-Eintrag, der einen Namen als Alias auf einen anderen Namen verweisen lässt, etwa www auf die Hauptdomain oder auf einen externen Dienst. Neben einem CNAME darf es für denselben Namen keine weiteren Einträge geben.6

DENIC

Auch: DENIC eG

Die Registrierungsstelle für .de-Domains. Für den Anbieterwechsel einer .de-Domain verwendet DENIC das AuthInfo-Verfahren.3

DNS

Auch: Domain Name System, Namensauflösung

Das weltweit verteilte Verzeichnis, das Domainnamen in Adressen und weitere Angaben übersetzt, etwa wohin E-Mails zugestellt werden. Grundlage sind die Standards RFC 1034 und RFC 1035 aus dem Jahr 1987.6,1

DNS over HTTPS und DNS over TLS

Auch: DoH, DoT, verschlüsseltes DNS

Verfahren, die DNS-Anfragen zwischen Gerät und Resolver verschlüsseln: DoH schickt sie über HTTPS (RFC 8484), DoT über eine TLS-Verbindung auf Port 853 (RFC 7858). Sie schützen die Vertraulichkeit auf dem Übertragungsweg; die Echtheit der DNS-Daten sichert dagegen DNSSEC.7,8,9

DNS-Propagation

Auch: Propagierung

Umgangssprachlich die Wartezeit, bis eine DNS-Änderung überall sichtbar ist. Verteilt wird dabei eigentlich nichts: Resolver behalten zwischengespeicherte Antworten, bis deren TTL abgelaufen ist, und fragen erst dann neu nach. Wer die TTL einige Zeit vor einer Änderung senkt, verkürzt diese Phase.1,10

DNS-Zone

Auch: Zone, Zonendatei

Abschnitt des Namensraums, für den dieselben Nameserver zuständig sind, etwa example.de mit allen Einträgen, die nicht an eigene Nameserver einer Subdomain abgegeben sind. Eine Zone lässt sich vollständig als Menge von DNS-Einträgen beschreiben (RFC 1034) und liegt beim DNS-Anbieter oft als Zonendatei vor.6

DNSSEC

Auch: DNS Security Extensions

Erweiterung des DNS, bei der Einträge digital signiert werden, damit Empfänger Fälschungen erkennen können. DNSSEC schützt die Echtheit der Antworten, verschlüsselt sie aber nicht.9

Domain

Auch: Domainname

Ein lesbarer Name im Internet wie hosting-stammtisch.de, der über das DNS auf Server verweist. Eine Domain wird nicht gekauft, sondern für eine Laufzeit registriert und muss verlängert werden.6,11

Domain-Status

Auch: EPP-Statuscode, Transfersperre, clientTransferProhibited

Kennzeichen in den Registrierungsdaten, die festhalten, was mit einer Domain gerade möglich ist. Die Sperre clientTransferProhibited etwa lässt die Registry jeden Transfer zu einem anderen Registrar ablehnen und hilft so gegen Domain-Diebstahl. Soll die Domain umziehen, muss der bisherige Registrar diese Sperre laut ICANN vorher aufheben.12

Domaintransfer

Auch: Providerwechsel, KK-Antrag (veraltet)

Der Wechsel einer Domain von einem Registrar zum anderen, ohne dass sich der Inhaber ändert. Davon zu trennen sind der Inhaberwechsel und die Umstellung des DNS.3,4

EPP (Extensible Provisioning Protocol)

Auch: Extensible Provisioning Protocol

Standardprotokoll, über das Registrare bei einer Registry Domains anlegen, ändern, verlängern, übertragen und löschen. Es ist als Internet Standard STD 69 in RFC 5730 beschrieben. Domaininhaber sehen davon meist nur die Statuscodes und den Auth-Code.13

Generische Endung (gTLD)

Auch: gTLD, Generic Top-Level Domain

Endungen ohne Länderbezug wie .com, .net, .org oder neuere wie .shop. Für den Wechsel zwischen Registraren gilt hier die Transfer Policy der ICANN.4,14

Glue Record

Auch: Glue-Eintrag

Adresseintrag eines Nameservers, der in der übergeordneten Zone mit hinterlegt wird. Nötig ist er, wenn der Nameserver unterhalb der Domain liegt, für die er zuständig ist (etwa ns1.example.de für example.de): Ohne Glue müsste man genau den Server nach seiner Adresse fragen, den man erst finden will (RFC 1034, zitiert in RFC 9499).10,15

ICANN

Auch: Internet Corporation for Assigned Names and Numbers

Gemeinnützige Organisation, die unter anderem Regeln für generische Endungen festlegt und Registrare für diese Endungen akkreditiert, etwa die Transfer Policy für den Registrarwechsel.4

Internationalisierter Domainname (IDN)

Auch: Umlautdomain, Punycode

Domain mit Zeichen außerhalb von a–z, 0–9 und Bindestrich, etwa mit Umlauten. Technisch wird sie in eine ASCII-Form mit dem Präfix xn-- umgewandelt; das Präfix legt IDNA fest (RFC 5890), das Umwandlungsverfahren heißt Punycode (RFC 3492).16,17

Länderendung (ccTLD)

Auch: ccTLD, Country Code Top-Level Domain

Zweibuchstabige Endung, die einem Land oder Gebiet zugeordnet ist, etwa .de oder .at. Für jede Länderendung legt die zuständige Vergabestelle eigene Regeln fest, zum Beispiel für den Anbieterwechsel.14

MX-Eintrag

Auch: Mail Exchanger

DNS-Eintrag, der festlegt, welche Server E-Mails für eine Domain annehmen. Wird er beim Umzug zu früh oder falsch umgestellt, landen Nachrichten im leeren Postfach oder kommen gar nicht an.1

Nameserver

Auch: DNS-Server

Server, die die DNS-Einträge einer Domain verbindlich bereithalten. Welche Nameserver zuständig sind, ist bei der Registrierungsstelle hinterlegt. Liegen sie bei einem Dritten, ändert ein Hosterwechsel am DNS zunächst nichts.6

PTR-Eintrag

Auch: Reverse DNS, rDNS

Eintrag für die umgekehrte Richtung der Namensauflösung: Er ordnet einer IP-Adresse einen Namen zu, für IPv4 über die Sonderdomain in-addr.arpa (RFC 1035). Gepflegt wird er von dem, dem der Adressbereich gehört, beim Webhosting also meist vom Hoster und nicht vom Domaininhaber.1

RDAP und WHOIS

Auch: WHOIS, Registration Data Access Protocol

Abfragedienste für Registrierungsdaten einer Domain, etwa Registrar, Status und Ablaufdatum. RDAP ist laut seiner Spezifikation (RFC 7480) der Nachfolger von WHOIS und liefert Antworten im JSON-Format (RFC 9083); für generische Endungen müssen Registrierungsstellen und Registrare laut ICANN RDAP anbieten. Inhaberdaten von Privatpersonen sind oft nicht öffentlich: Bei .de zeigt DENIC sie aus Datenschutzgründen nicht an.18,19,20,21

Redemption Grace Period (RGP)

Auch: RGP, Karenzzeit nach Löschung

Frist nach dem Löschen einer Domain, in der sie sich noch zurückholen lässt. Für generische Endungen schreibt ICANN 30 Tage vor (gesponserte Endungen ausgenommen). Auch bei .de folgt auf die Löschung eine 30-tägige RGP; in dieser Zeit kann laut DENIC nur der letzte Domaininhaber oder ein von ihm bestimmter Dritter die Domain neu registrieren.22,23,24

Registrar

Auch: Domain-Anbieter

Unternehmen, über das Sie Domains bei der Registrierungsstelle anmelden, verlängern und ändern lassen. Oft ist der Hoster zugleich Registrar, zwingend ist das nicht.

Registrierungsstelle

Auch: Registry, Vergabestelle

Organisation, die die zentrale Datenbank einer Endung führt und deren Nameserver betreibt, für .de etwa DENIC. Domaininhaber haben in der Regel nicht direkt mit ihr zu tun, sondern mit einem Registrar.14

Resolver

Auch: rekursiver Resolver, DNS-Resolver

DNS-Server, der Anfragen von Geräten entgegennimmt, die Antwort bei den zuständigen Nameservern erfragt und sie in der Regel zwischenspeichert (RFC 9499). Betrieben wird er meist vom Internetanbieter, vom Unternehmensnetz oder von einem öffentlichen Dienst. Weil er Antworten bis zum Ablauf der TTL behält, kommen DNS-Änderungen nicht sofort überall an.10,1

Root-Server

Auch: Rootserver, Wurzelzone

Nameserver der Wurzelzone des DNS; sie verweisen auf die Nameserver der einzelnen Endungen und sind damit der Ausgangspunkt jeder Namensauflösung. Laut IANA sind in der Wurzelzone 13 benannte Instanzen eingetragen (a.root-servers.net bis m.root-servers.net), hinter denen ein Netz aus Hunderten Servern in vielen Ländern steht.25,10

SOA-Eintrag

Auch: Start of Authority

Eintrag, der den Beginn einer DNS-Zone markiert und Verwaltungsangaben enthält: den primären Nameserver, das Postfach des Verantwortlichen, eine Seriennummer und Zeitwerte, nach denen weitere Nameserver ihre Kopie der Zone abgleichen (RFC 1035).1

Subdomain

Auch: Unterdomain, Third-Level-Domain

Name unterhalb einer Domain, etwa shop.example.de unter example.de; auch www ist technisch eine Subdomain. RFC 1034 nennt eine Domain Subdomain einer anderen, wenn sie in ihr enthalten ist. Subdomains richtet der Domaininhaber selbst im DNS ein, eine eigene Registrierung ist nicht nötig.6

Top-Level-Domain (TLD)

Auch: Domainendung

Der letzte Teil eines Domainnamens, etwa .de, .com oder .berlin. Welche Endungen es gibt und wer sie verwaltet, verzeichnet die IANA in der Root Zone Database.14

TTL (Time to Live)

Auch: Gültigkeitsdauer

Angabe in Sekunden, wie lange ein DNS-Eintrag von anderen Servern zwischengespeichert werden darf. Wer die TTL vor einem Umzug senkt, sorgt dafür, dass Änderungen schneller überall ankommen.1

TXT-Eintrag

Auch: TXT-Record

DNS-Eintrag für frei formulierten Text. Heute vor allem genutzt für E-Mail-Absenderregeln (SPF, DMARC, DKIM-Schlüssel) und für Besitznachweise gegenüber Diensten wie Suchmaschinen.1